Höhlenkundliches Museum
Museumskonzept und -didaktik
Das Museum trägt zu einem vertieften Verständnis der komplexen Zusammenhänge in Karstgebieten bei. Es vermittelt, dass Höhlen wichtige erdgeschichtliche Zeugnisse und einzigartige Lebensräume sind. Die Konzeption hierzu erarbeiteten die Laichinger Höhlenforscher und Wissenschaftler.

Im Einzelnen sieht das Museumskonzept folgende Themenbereiche vor:
- Höhlen - Welt ohne Licht: Das Phänomen Höhle.
- Schwäbische Alb: Geologischer Aufbau und Verkarstung.
- Steter Tropfen höhlt den Stein: Die Entstehung von Höhlen.
- Der Lebenslauf einer Karsthöhle: Werden und Vergehen von Höhlen.
- Sinter - Schmuck der Höhlen: Tropfsteine und Höhlenminerale, Formenvielfalt und Entstehung.
- Höhlenbären und Bärenhöhlen: Einstige Bewohner der Höhlen.
- Spezialisten unter Tage - Leben in ewiger Nacht: Höhlentiere.
- Fledermäuse - kleine Nachtgespenster: Fledermäuse zu Gast in Höhlen.
- "Höhlenforschung ist Sport im Dienste der Wissenschaft": Sinn und Zweck der Höhlenforschung.
- Vom Messzug zum Höhlenplan: Vermessung und Dokumentation von Höhlen.
- "Es schlitzt der Schlaz, der Schluf wird enger": Die Ausrüstung der Höhlenforscher.
- Höhlen sind Lesebücher der Erdgeschichte: Ablagerungen und Sinterbildungen in Höhlen als Archive der Vorzeit.
- Höhlen- und Fledermausschutz.
Aktiv forschen im Museum
Um modernen museumspädagogischen Ansprüchen gerecht zu werden, folgt die neu gestaltete Ausstellung dem Motto "Sehen und Erleben". An mehreren Stellen kann der Besucher selbst "tätig" werden oder muss sich intensiver mit den Exponaten auseinandersetzen.
Vermessung
Der Museumsbesucher kann sich als Vermessungsingenieur versuchen und einen Streckenzug mit Messgeräten, wie sie speziell in Höhlen benutzt werden, nachmessen.
Gucklöcher
Höhlentiere sind meist winzig klein und leben unter Steinen versteckt. Auf dem Weg vom "Höhleneingang" in die verschiedenen, durch bestimmte Temperatur- und Lichtverhältnisse definierten Lebensraumzonen kann sich der Besucher im Museum auf die Suche nach Höhlentieren machen, die in den einzelnen Zonen leben. Sie sind beim Blick durch "Gucklöcher" unter der Lupe zu entdecken.

Karstlandschaft
Ein Höhepunkt im Höhlenkundlichen Museum ist das Modell einer Karstlandschaft sein, die der Schwäbischen Alb nachgebildet wurde. Der Betrachter kann mit einer Taschenlampe selbst auf Entdeckungsreise gehen und wie ein Forscher in die Welt und Atmosphäre unter Tag eintauchen. Das Modell veranschaulicht die Karstlandschaft mit ihren typischen Merkmalen, wie Höhlen, Erdfälle, Karstquellen, Trockentäler und Karstwannen. Die Landschaft ist so geschnitten, dass die Höhlen und Höhlensysteme bis ins Detail zu sehen sind. Es werden verschiedene Höhlentypen dargestellt, zum Beispiel: Wasserhöhle, Schachthöhle oder "fossile" Höhle. Die Höhlenräume sind auch mit ihrem Inhalt (Wasser, Sedimente, Tropfsteine, Versturz) exakt nachgebildet. Nicht zuletzt kann man Höhlenforscher bei der Befahrung der Höhlen in Aktion zu sehen: am Seil absteigend, schlufend oder im Boot eine Flusshöhle befahrend.
Video-Präsentation
Ein 12-minütiger Film erzählt, wie im Wald spielende Kinder auf Höhlenforscher treffen, die gerade eine Höhle verlassen. Die Kinder stellen viele Fragen, wie:
- Was tut man in Höhlen?
- Was findet man in Höhlen?
- Wozu forscht man in Höhlen?
Antworten auf diese Fragen geben die Erklärungen der Höhlenforscher, die durch einzelne Filmsequenzen illustriert sind.