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Höhlen- und Heimatverein feiert zwei Jubiläen


Vor kurzem neuentdeckte Höhlenteile führen nun auf 87 m Tiefe unter die Erdoberfläche hinab

Beide Ereignisse sollen am Freitag, den 16. Juni 2017 mit einem Jubiläumsabend gefeiert werden. Die Jubiläumsveranstaltung ist in die Jahrestagung des Verbands deutscher Höhlen- und Karstforscher (VdHK) eingebunden, die vom 15. bis 18. Juni 2017 stattfinden wird. Der Höhlen- und Heimatverein Laichingen freut sich als gastgebender Verein und Veranstalter, viele Höhlenforscher und Höhlenforscherinnen aus dem In- und Ausland in Laichingen und im Karstgebiet der mittleren Schwäbischen Alb begrüßen zu dürfen.

Der Höhlen- und Heimatverein Laichingen e.V. (HHVL) ist eine von 22 höhlenkundlichen Vereinigungen in Baden-Württemberg. Mit 500 Mitgliedern ist der HHVL aber der größte Verein im Land.

Wie der Name schon sagt, hat der Verein  verschiedene Aufgaben, nämlich
  1. Betreuung der Laichinger Tiefenhöhle als Schauhöhle und des Höhlenkundlichen  Museums,
  2. Höhlenforschung und Höhlenkunde, vorrangig im Gebiet der Schwäbischen Alb, aber auch in anderen Karstgebieten im In- und Ausland,
  3. Unterhaltung des Weberei- und Heimatmuseums. Archivierung von Werkzeugen, Gegenständen zu Flachsanbau und –verarbeitung sowie zur Weberei.

Die Laichinger Tiefenhöhle als Schauhöhle
Vielen ehrenamtlich tätigen Helfern im Höhlen- und Heimatverein ist es zu verdanken, dass die 1892 von Johann Georg Mack Höhle heute mit guter Ausleuchtung sicher über Eisen- und Betontreppen auf 330 m Länge und 55 m Tiefe von jährlich etwa 30.000 Personen besucht werden kann. Die Tiefenhöhle ist heute eine der 12 Schauhöhlen der Schwäbischen Alb. Ihr vertikaler, d.h. schachtartiger Charakter macht den Besuch zu einem besonderen Ereignis. Die Höhle ist Anziehungspunkt für viele, die einen Blick in das Innere der Alb werfen wollen. Aufgrund ihrer schachtartigen Anlage und der geologischen Besonderheiten ist die Tiefenhöhle ein außergewöhnliches Geotop. Tiefenhöhle, Höhlenkundliches Museum im Höhlenrasthaus und Karstkundlicher Wanderweg bilden zusammen ein Informationszentrum zum Thema „Karstlandschaft und Höhle“, das auf der Schwäbischen Alb einmalig ist. Seit 2006 sind deshalb diese Einrichtungen als Infostelle auch Tor zum UNESCO-Global Geopark Schwäbische Alb.
Die Vereinsmitglieder haben nicht nur unendlich viele Stunden in der Höhle verbracht, um Treppen einzubauen, Wege anzulegen und Leitungen für die elektrische Beleuchtung anzulegen. Sie leisten das ganze Jahr zur Betreuung der Schauhöhle ehrenamtlich Dienst an der Höhle und im Rasthaus

Höhlenforschung
Die Mitglieder des 1947 gegründeten Höhlen- und Heimatvereins nahmen sich voller Idealismus der Tiefenhöhle an, dehnten aber zugleich ihre höhlenkundliche Neugier auch auf andere Höhlen der Schwäbischen Alb aus. Kontakte zu anderen Höhlenforschern im In- und Ausland wurden geknüpft. Mit seinen 500 Mitgliedern ist der Höhlen- und Heimatverein nicht nur wegen der Schauhöhle, sondern auch wegen der seit Jahrzehnten betriebenen Höhlenforschung und Höhlenkunde international bekannt. Neben zahlreichen Aktivitäten auf der Schwäbischen Alb führen alljährlich Höhlentouren in das Tote Gebirge in Österreich, wo bis heute insgesamt 40 km lange Höhlengänge und Schächte neu entdeckt erforscht und vermessen wurden. Einige Vereinsmitglieder sind in Karstgebieten Indiens tätig.
Mehrmals sind von Laichingen aus gewichtige Impulse ausgegangen, die weit über lokale und regionale Bereiche hinaus die Entwicklung der Karst- und Höhlenkunde beeinflusst haben. Es wurden unter Beteiligung und Unterstützung des HHVL in den Folgejahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg Strukturen für eine organisierte Höhlenforschung geschaffen mit lokalen Vereinen, Landesverbänden und einem Bundesverband (dem Verband deutscher Höhlen- und Karstforscher).

Das Jubiläumsprogramm
Zur Feier der beiden Jubiläem lädt der Höhlen- und Heimatverein zu zwei Veranstaltungen in die Daniel Schwenkmezger Halle ein. Alle Höhlenforscher und Höhlenforscherinnen, die Laichinger Bürger sowie alle, die sich mit dem Höhlen- und Heimatverein verbundenen fühlen, sind dazu herzlich eingeladen. Die Daniel Schwenkmezger Halle ist bewirtet. Vor Veranstaltungsbeginn stehen zum Abendessen zwei warme Gerichte zur Auswahl.

Den beiden Jubiläen ist der Freitagabend am 16. Juni gewidmet. Mit einer Rückschau in die Vergangenheit wollen wir uns an die Entdeckung, Erforschung und Erschließung der Tiefenhöhle erinnern. Ebenso lassen die Laichinger Höhlenforscher sieben Jahrzehnte Vereinsgeschichte – spannend und kurzweilig in Filmsequenzen, Bildpräsentationen und Interviews aufbereitet – Revue passieren. Als Höhepunkt wird es einen Film zur Entdeckungsgeschichte der Tiefenhöhle geben – mit den Laichinger Höhlenforschern als Schauspieler. Schließlich wird der Jubiläumsabend auch den festlichen Rahmen bilden, um die Mitglieder mit 50-, 60- bzw. 70-jähriger Vereinszugehörigkeit zu ehren.

Am Samstag, den 17. Juni wird es den öffentlichen Abendvortrag „Auf der Alb und in der Alb – auf den Spuren des Wassers“ geben. Die beiden Höhlenforscher Andreas Schober und Wolfgang Ufrecht machen die geologische Geschichte der Alb lebendig und lassen geologische Zeitzeugen sprechen. Der Vortrag ist eine Hommage an die rauhe und karge, aber faszinierende Landschaft Schwäbische Alb, die seit 2015 mit dem Titel „UNESCO Gliobal Geopark“ in den Adelsstand gehoben wurde.


Die Schauhöhle heute, Abstieg in die Große Halle in 40 m Tiefe

Johann Georg Mack (03.10.1849 bis 15.04.1897)

Der Höhleneigang um 1900

Grabung 1935 in der Tiefenhöhle (in der Sächsischen Schweiz), um Wege für Besucher anzulegen

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