Rückblick auf Veranstaltung in der Seniorenwohnanlage


Heitere Geschichten von der Schwäbischen Alb ließen Menschen und Ereignisse wieder lebendig werden
 
Einen heiteren aber auch informativen Nachmittag erlebten die Bewohner und Gäste der Seniorenwohnanlage Laichingen am vergangenen Dienstag in der Cafeteria der Anlage.
Ob er vom starken Michel von den Eselshöfen erzählte, der den Messner in seinen Erzählungen vorzeitig sterben ließ und damit Verwirrung stiftete, vom Laichinger Bähnle, das die Neuzeit auf die Alb brachte oder von den beiden Hülen in Laichingens Mitte, in denen kein Fisch überleben wollte – Heinz Surek ließ vergangene Zeiten und Menschen in seinen Geschichten wieder lebendig werden.
Herr Surek war nun schon zum zweiten Mal in diesem Jahr Gast im Dienstagscafe und verstand es wieder einmal, sein „bestes Publikum in dieser Woche“ (wir konstatieren, es war erst Dienstag) in den Bann der Geschichte rund um Laichingen zu ziehen. Mit alten Fotografien und Zeichungen, die er mittels Beamer sichtbar machte, unterstützte er seine teils vorgelesenen, teils erzählten Anekdoten. So konnte man Laichingen erleben, wie es nicht einmal mehr die Älteren im Publikum kannten, geschweige denn die Zugezogenen.
Da steht ein kleines Bahnhofshäuschen auf freiem Feld, dort, wo heute die Häuser der Stadt gewachsen sind, flankiert von Männern in alter Webertracht, Frauen in altmodischen, langen Kleidern und Kindern in Kittelchen – es mutet an wie eine andere Welt – und doch geschah es vor unserer Haustüre und ist noch nicht so lange her, wie man vielleicht annehmen würde – knapp 120 Jahre – aber ein komplett anderes Zeitalter. Man hatte noch Zeit, sich Geschichten zu erzählen, während die Ehefrau Strümpfe stopfte und der Herr Michel von den Eselshöfen seiner Angetrauten aus der Zeitung vorlas – gaben die Artikel nicht die Dramatik her, die er sich wünschte, so ließ der starke Mann seine Fantasie kurzerhand mit einfließen und beschrieb in dramatischen Worten das Ableben des alten Messners und die große Trauer, die er hinterließ. So verhalf er seiner Frau zu einer Erscheinung der anderen Art, als sie wenig später den Geist des alten Messners hinter seiner milchigen Fensterscheibe „umgehen“ sah – blass und geradeaus starrend – der die Frau schreiend in die Flucht schlug.
Dies war nur ein kleiner Auszug der vielen Geschichten, die das einfache Leben der Menschen von damals anschaulich werden ließ, die von medialer Mulit-Kultiwelt mit ihren vielen Reizen nicht einmal träumen konnten, und so ihre eigenen Fantasien sponnen, wenn das Leben auf der Alb vielleicht doch einmal zu eintönig wurde.
Alle Anwesenden „Nichtschwaben“ mussten manchmal gut die Ohren spitzen, wenn Herr Surek beispielsweise in Mundart den in Gedichtform ausgetragenen Streit zweier Laichinger, einem Küfer und einem Sauzüchter, zum Besten gab.
Auch wenn er noch einiges mehr auf Lager gehabt hätte, beendete Heinz Surek gegen 16.40 Uhr seinen kurzweiligen, interessanten und lustigen Vortrag, wurde mit begeistertem Applaus bedacht und mit einem guten Tropfen als kleines Dankeschön entlassen. Schmunzelnde Gesichter verließen gegen 17.00 Uhr die Cafeteria – auch gestärkt durch Kaffee und Kuchen, serviert von Tina Hasebrink.
Fazit: Ein schöner Ausflug in alte Zeiten, die zwar vergangen, aber dank Herrn Surek nicht vergessen sind.