Kosten für Betoninstandsetzungsarbeiten am RÜB Nord liegen bei 1,4 Mio €


Für das Einleiten von vorbehandeltem Abwasser aus den Regenentlastungsanlagen im Einzugsgebiet der Kläranlage Laichingen in das Grundwasser wurde der Stadt am 09.06.2017 eine wasserrechtliche Erlaubnis erteilt, die bis zum 31.12.2034 befristet ist.
 
Im Zuge der Planungsarbeiten für die maschinentechnische Ausrüstung der RÜB´s wurden auch alle Bauwerke aufgrund des Alters und des Zustands einer betontechnologischen Untersuchung unterzogen. Die Untersuchungen waren erforderlich um abzuklären, ob die Betonteile während der Lebenszyklen der Maschinentechnik saniert werden müssen oder ob eine Sanierung erst nach Ablauf der Lebenszyklen erforderlich wird.
 
Die betontechnologischen Untersuchungen wurden von den BWN-Bauingenieuren aus Albstadt durchgeführt. Dieses Büro hat zertifizierte und sachkundige Planer für den Schutz und die Instandsetzung von Betonbauwerken und ist für Bauwerksprüfungen nach DIN 1076 zertifiziert.
 
Der vorgefundene Zustand der zahlreichen Regenüberlaufbecken wurde aus betontechnologischer Sicht als schlecht beschrieben und bewertet. Nach jahrzehntelangem Betrieb wurden die Betonoberflächen durch den lösenden Angriff der Abwässer stark geschädigt. Aufgrund der Vielzahl an Abplatzungen mit freiliegender, korrodierter Bewehrung haben die Sachverständigen zur Sicherstellung der Dauerhaftigkeit empfohlen, die Regenüberlaufbecken umfassend instand zu setzen.
 
Die Betoninstandsetzungsarbeiten an den drei geschlossenen RÜB in der Heinrich-Kahn-Straße, der Radstraße und der Wilhelmstraße konnten im Jahr 2019 bereits mit einem Gesamtaufwand von rund 385.000 € beendet werden.
 
Seit dem Frühjahr 2019 ist die Fa. Implenia Instandsetzung GmbH mit der Bauwerksertüchtigung des RÜB Nord in Laichingen beschäftigt. Der Gesamtaufwand dafür liegt bei rund 1,4 Mio €, weil sehr umfangreiche Arbeiten ausgeführt werden müssen.
 
An der betonierten Tauchwand auf der Westseite des Beckens sind auf der ganzen Länge Hohlstellen, Abplatzungen und bereits stark korrodierte Bewehrungseisen festzustellen. Der Träger muss zurückgebaut und nach der Instandsetzung der westlichen Überlaufrinne, neu hergestellt werden. Des Weiteren ist die beckenseitige Abdichtung der Bauwerksfugen verbraucht, PAK-haltig und muss ausgetauscht werden, ebenso die einbetonierten Fugenbänder.
 
Die gut erkennbare Schiefstellung des Wandkopfes an der Bauwerksfuge im Bereich des Sandfanges in der südöstlichen Ecke des Beckens muss im Zuge der Instandsetzung durch einen Rück- und Neubau der Wand saniert werden. In der Ablaufrinne vom Sandfang sind die Halbschalen aus Steinzeug weitestgehend nicht mehr funktionsfähig oder gar nicht mehr vorhanden.
  
Der Beton wurde über Jahre sehr stark beansprucht, die betonierte Rinne muss in großen Teilen mittels HDW-Strahlen entfernt und neu betoniert werden. Der in der Rinne und im Notüberlauf befindliche Aufbeton liegt stellenweise hohl und muss ebenfalls ersetzt werden.

Blick ins RÜB Nord

Da sich das Becken im Regenwetterfall sehr schnell mit Wasser füllt, wurden seitens der Stadt umfangreiche Warneinrichtungen zur Wasserhaltung installiert. Diese Anlagen warnen die Beschäftigten rechtzeitig vor drohenden Gefahren und ermöglichen so eine zeitnahe Evakuierung des Beckens.
 
Die Arbeiten sollen bis Ende Oktober 2019 abgeschlossen werden.
 
Die Stadt muss in den kommenden Jahren zahlreiche weitere Becken und Pumpwerke mit einem Aufwand von mehreren Millionen Euro instandsetzen.

RÜB Nord

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